Themenwoche im UNIT

Bei uns stehen unsere Kurse jede Woche unter einem anderen Thema. So könnt ihr euch auf noch mehr Vielfalt, Kreativität sowie stets neue Impulse freuen und die Wirkung des Yoga stets ein wenig anders erfahren.

Wir spielen immer ein wenig mit den Elementen des Yoga und so ist das Thema diese Woche:

Shavasana - die Königsdisziplin unter den Asanas (13.08. - 19.08.)

Einer der bedeutendsten Yogalehrer B.K.S. Iyengar schreibt in seinem Buch "Licht auf Yoga" folgendes über die Asana Shavasana:

Es ist viel schwieriger, die Gedanken als den Körper ruhig zu halten. Deshalb ist diese dem Anschein nach einfach zu meisternde Haltung eine der schwierigsten.“

Alle, die am Ende einer Yogastunde schon einmal in der sog. Entspannungslage Shavasana mehrere Minuten verbracht haben, wissen, dass Iyengar mit dieser Aussage durchaus recht hat. Gerade uns modernen Menschen stellt es vor eine enorme Herausforderung einfach ein paar Minuten lang körperlich und gedanklich völlig regungslos zu verweilen und gar nichts zu tun, als nachzuspüren und in unseren Körper und Geist hineinzuhören, uns völlig loszulassen, den Gedanken ihren Lauf zu lassen und zu entspannen. Denn gerade dann, wenn der Körper zu Ruhe kommt und wirklich keinerlei Ablenkung da ist, wird es im Kopf oft so richtig laut.


Gefunden auf ASANAYOGA.DE

Shavasana setzt sich aus den beiden Sanskrit Worten Sava "Leichnam“ und Asana "Sitz, Haltung" zusammen und lässt sich im Deutschen am besten mit Leichenhaltung, Todesstellung oder Ruhehaltung übersetzen. Shavasana ist vielleicht die wichtigste Stellung unter den Asanas, auch wenn sie oft zugunsten der aktiveren Asanas verkürzt wird. Die Herausforderung während Shavasana liegt im Geist. Es geht darum seine Gedanken zur Ruhe zu bringen und dabei nicht einzuschlafen, sondern aktiv im Moment zu bleiben. Es ist eine Art der Meditation, bewusst und wach.

Shavasana beruhigt den Geist und entspannt den gesamten Körper. Es ist eine Tiefenentspannung und somit eine wunderbare Asana, um nach einem anstrengenden Tag oder nach dem Üben von herausfordernden Asanas neue Energie zu tanken.

Hier weitere positive Wirkungen von Shavasana im Überblick:

  • baut Stresshormone ab
  • schüttet Glückshormone aus
  • löst Verspannungen im Körper und Geist
  • beruhigt und vertieft den Atem
  • hilft den Blutdruck zu regulieren
  • gibt dem Körper Energie
  • stärkt das Immunsystem
  • hilft bei Müdigkeit, Schlafstörungen und Migräne
  • beruhigt den Kreislauf
  • stärkt innere Ruhe und Ausgeglichenheit
  • harmonisiert die durch die Asanas angeregten Energien in den Nadis und Chakras
  • aktiviert Selbstheilungskräfte
  • Prävention für stressbedingte Krankheiten

 

Falls du Shavasana zuhause alleine praktizieren möchtest, nimm gerade am Anfang eine geführte Meditation (z.B. auf YouTube oder kostenlosen Meditations-Apps) zur Hilfe. Vielen fällt es mit Anleitung leichter, allmählich die Gedanken wirklich loszulassen und zu entspannen.

 

Wir wünschen Euch viel Spaß mit dem aktuellen Thema :-)


Ausblick auf nächste Woche:

Satya - wahrhaftig leben (20.08. - 26.08.)

"Je wahrhaftiger ein Mensch spricht, desto mächtiger werden seine Worte" - T. K. V. Desikachar

Das Thema Satya gehört als eines der Yamas zur Grundlage der Yoga-Philosophie nach Patanjali. Yama beschreibt als eines der Acht Stufen oder Glieder des Yoga, den ethischen Umgang mit anderen und bietet sozusagen eine Richtschnur, wie man durch das Leben verschiedener Aspekte wie Ahimsa – Gewaltlosigkeit, Satya – Ehrlichkeit und noch weiteren wichtigen Aspekten, sein Leben in Frieden und Freude mit seinen Mitmenschen, aber auch anderen Lebewesen teilen kann.

Satya bedeutet im Sanskrit Wahrhaftigkeit, Wahrheit. Gemeint ist damit, in Worten, Taten und Gedanken wahrhaftig zu sein und stets die Wahrheit zu sagen. Wahrhaftig sein bedeutet gleichzeitig auch, sich nicht selbst zu belügen, sich selbst auch unangenehme Dinge einzugestehen, zum Beispiel wenn man einen Fehler gemacht hat. Doch nicht immer ist es im Sinne von Satya erstrebenswert, die Wahrheit zu sagen, denn sie könnte andere verletzen. Satya bedeutet, zu bedenken, was wir sagen, wie wir es sagen und auf welche Weise es jemanden treffen kann. Ein bewusster Umgang mit Worten also, und das bedeutet auch, dass es manchmal besser ist, zu schweigen. In einem tieferen Sinne bedeutet es auch einen bewussten Umgang mit Gedanken - denn der Gedanke ist die Wurzel unserer Worte.

Yoga-, Meditations- und Achtsamkeitslehrerin Doris Iding, die am 15. und 16.09. in Hamburg einen Workshop zum Thema „Traumasensibles Yoga“ geben wird, hat mit Romana auf ihrem Blog u.a. über den Aspekt Satya im täglichen Leben gesprochen:

Doris Iding: Gehen wir doch ein bisschen ins Detail: Satya – Ehrlichkeit. Ist eines der zentralen Yamas. Welche Rolle spielt dieser Aspekt für Dich persönlich?

Romana: Ja ja ... Satya ist wohl eines der „schwierigsten“ Yamas, denn was ist schwieriger als die Ehrlichkeit mit sich selbst? Was ist schwieriger, als sich selbst einzugestehen, dass man sich selbst und damit auch andere betrügt? Für mich ist die größte Herausforderung ehrlich zu sein, dabei aber andere nicht zu verletzen. Wir Menschen finden immer Mittel und Wege etwas vor uns selbst zu rechtfertigen, auch wenn wir eigentlich wissen, dass es nicht in Ordnung ist. Ein Beispiel ist das Urteilen über Andere. Das hat sicher erstmal nichts mit Satya, sondern eher mit Ahimsa, der Gewaltlosigkeit zu tun. Aber schlussendlich spielen diese Yamas hier zusammen. Denn ich muss ehrlich zu mir sein, um zu erkennen, dass ich über andere urteile. 

Ich habe in der Vergangenheit viele Fehler gemacht und Menschen verletzt aus einem falschen Verständnis von Ehrlichkeit. Ich habe es damals oft damit für mich gerechtfertigt, dass die andere Person sich auch nicht richtig verhalten hat. 

Was ich aus der Yoga-Philosophie gelernt habe ist, dass es immer die eigene Wahrnehmung ist, die man darstellt. In allem, was man sagt und auch nach außen trägt, ist es nur eine mögliche Betrachtungsweise. Und gerade wenn 2 Menschen auf eine Situation schauen, schaut einer von rechts und der einer von links. Wer sieht nun die Wahrheit? Im Grunde sehen beide die eigene Wahrheit und beide haben von Ihrer Sichtweise aus „Recht“. 

Die Lösung ist hier im Satya aber auch im Ahimsa zu finden. 

  • Ehrlich mit sich selbst zu sein und zu erkennen, dass man Urteilt und dieses Urteilen auch vor sich selbst rechtfertigt.
  • Ehrlich mit sich selbst zu sein und sich dafür zu öffnen, dass der Andere eine andere Sichtweise hat und von seiner Sichtweise aus auch „Recht“ hat, auch wenn man es anders sieht.
  • Ehrlich zu beobachten, wann immer das Urteilen einsetzt.
  • Einen ehrlichen Weg der Kommunikation zu finden, ohne Urteilen und emotionales Strafen. Der beste Weg ist davon zu sprechen, wie man sich fühlt, nicht was der andere getan hat.
  • Das „Urteilen“ nicht nach Aussen zu tragen. Aber damit sind wir schon wieder in einem anderen Bereich des Yoga – Sutra.   

 

Doris Iding: Gibt es auch Momente, wo Du lieber nicht ehrlich bist?

Romana: Hier wäre erstmal die Frage, was überhaupt Ehrlichkeit bedeutet? Wenn ich z.B. einen Streit mit meiner Tochter habe, liegen mir manchmal „ehrliche“ Worte auf den Lippen, die ich mir verkneife, weil ich weiß, dass ich sie damit verletzten würde. Und weil ich weiß, dass diese Gedanken aus den Erlebnissen meiner eigenen Kindheit entspringen. Dinge, die die Eltern immer in bestimmten Situationen gesagt haben und von denen wir als Kind immer sagten: „Das werde ich als Erwachsener niemals sagen“. Hier bin ich oftmals lieber nicht ehrlich.

Deshalb die Frage, was ist Ehrlichkeit? Und auch dieses Wort ist für jeden von uns ganz unterschiedlich belegt. Für viele ist Ehrlichkeit, dass zu sagen, was man denkt. Aber im Yoga lernen wir, dass nicht alles was wir denken, wirklich das ist, wer wir tatsächlich sind. Geben wir also wirklich ehrlich das wieder, wer wir sind und was wir denken oder wiederholen wir nur das, was wir durch unsere Eltern und Lehrer gelernt haben? 

Hier muss man in erster Linie wieder bei sich selbst schauen, sich in erster Linie selbst hinterfragen und mit sich Ehrlich sein, bevor man zu anderen ehrlich ist.

Wenn du noch mehr darüber erfahren möchtest, welche Rolle der Aspekt Satya – die Ehrlichkeit – als eines der zentralen Themen der Yamas, für Romana spielt, dann lies ihre Antworten auf unserem Blog. Viel Spaß beim Lesen!

Eure Vorschläge?

Ihr könnt uns natürlich auchThemen-Vorschläge an info@unit-yoga.de zusenden!


Themen können einen anatomischen Fokus haben wie Wirbelsäule, Nacken, oder Füße aber natürlich auch einen philosophischen Hintergrund wie Freude oder Loslassen. Daneben gibt es auch energetische Themen wie z.B. das Herzchakra.